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So geht Social Media Marketing #nicht

vom: 22.09.2016
Barbara Ward ist Social Media Expertin

Obwohl Social Media Marketing keine Hexerei ist, geht der Schuss oft genug nach hinten los. Schuld sind Fehleinschätzungen, die sich bis heute hartnäckig halten. Statt um Dialog dreht sich gerade bei traditionellen Marken und konservativen Branchen alles um die Produkte – und das in epischer Breite – statt in appetitlichen Häppchen. Unsere Expertin Barbara Ward klärt auf:

necom:Was raten Sie Unternehmen am häufigsten in Bezug auf Social-Media- Kampagnen?

Barbara Ward: Ein Unternehmen muss bereit sein, etwas zu investieren. Content, Ideen, Informationen und ja, auch Ressourcen und damit Geld. Denn Social Media Marketing ist nicht kostenlos. Gerade in Zeiten, in denen Facebook die organischen Reichweiten immer mehr drosselt, kommt man um ein Mediabudget nicht mehr herum. Außerdem braucht es eine kompetente Redaktion. Denn die Branche hat sich stark professionalisiert, die Anspruchshaltung bei Fans und Followern ist entsprechend gestiegen. Wer die bedienen will, braucht Deutschlands Super-Praktikanten – oder Profis.

necom: Es fehlt also an Ernsthaftigkeit?

Barbara Ward: Manchmal leider schon. Social Media Marketing kann man nicht nebenbei betreiben. Der Aufwand kann abhängig von der Strategie sehr unterschiedlich ausfallen. Egal, wie viel es unterm Strich wird – ein Mitarbeiter, dessen Jobbeschreibung eh schon aus allen Nähten platzt, kann Social Media nicht noch zusätzlich betreuen. Und Dienst nach Vorschrift bringt gar nichts. Wer hier mitmischt, sollte sich schon drauf einlassen. Unternehmen, die sich nur mal kurz einloggen, fix posten und direkt wieder verschwinden, sind wenig erfolgreich.

necom: Wie geht ein Unternehmen, das richtig aufgestellt ist, mit Kritik um?

Barbara Ward: Kritik muss man aushalten können. Man könnte annehmen, es sei längst eine Binsenweisheit, dass man negative Kommentare nicht löscht. Dem ist anscheinend nicht so. Unternehmen reagieren auf unangenehme Beiträge immer noch mit dem Löschen-Button. Das birgt jedoch mehr Sprengstoff als die sachliche Auseinandersetzung mit einem verärgerten Fan. Gerade Social Media braucht Glaubwürdigkeit – wer nicht authentisch ist, ist in Netzwerken schnell unten durch. Zugegeben, authentisch zu sein, ist in der Unternehmenskommunikation ein Spagat – aber längst kein Oxymoron. Gemeint ist eine Mischung aus Offenheit, Transparenz und Dialogbereitschaft. Versuchen Sie niemals, etwas zu sein, was Sie nicht sind. Ihre Fans merken es schneller, als Ihnen lieb ist.

necom: Vielen Dank für die nützlichen Tipps!

Barbara Ward ist unsere langjährige Social-Media-Expertin, erfolgreiche Buchautorin und eine gefragte Koryphäe auf ihrem Gebiet.

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